In Dingden wird es vorerst kein gemeinsames Schützenfest von Jung- und Männerschützen geben. Obwohl beide Vereine intensiv über ein neues, gemeinsames Festkonzept beraten hatten, scheiterte das Vorhaben letztlich an der erforderlichen Zustimmung der Jungschützen.

Die Idee sah ausdrücklich keine Fusion vor. Beide Vereine sollten eigenständig bleiben – mit eigenen Vorständen, Traditionen und zusätzlichenVeranstaltungen. Geplant war lediglich ein gemeinsames Schützenfest unter dem Dach einer Schützengesellschaft, mit gemeinsamer Organisation, Festfolge und Vogelstange. „Wir wollten selbstständig bleiben, aber auf einen Vogel schießen“, erklärt Jan Küpper, Pressewart der St.-Johannes-Männerschützen.

Schützenfest als organisatorische Herausforderung
Ausgangspunkt der Überlegungen war die zunehmende organisatorische und finanzielle Belastung, die ein Schützenfest mit sich bringt. Der Aufwand wächst, während es gleichzeitig schwieriger wird, langfristig Mitglieder zu binden. „Das größte Risiko eines Schützenvereins ist das Schützenfest selbst“, bringt Küpper die Problematik auf den Punkt.

Zugleich stand die Frage im Raum, wie der Übergang von Jung- zu Männerschützen künftig besser gelingen kann, ohne Mitglieder zu verlieren. In vielen Orten wird deshalb bereits generationenübergreifend gefeiert.

Ein konkret ausgearbeitetes Konzept
Das Konzept war detailliert ausgearbeitet: Künftig sollte am bisherigen Termin der Männerschützen an Fronleichnam gemeinsam gefeiert werden, während die Jungschützen ihr Pfingstfest aufgeben würden. Darauf habe man sich schnell verständigt. Als eigener Impuls der Jungschützen war eine Disco am Mittwochabend als Auftakt geplant.

Kosten, Einnahmen und Pflichten sollten gleichmäßig auf beide Vereine verteilt werden – „alles durch zwei“. Gleichzeitig sollten bewährte Veranstaltungen erhalten bleiben: Die Jungschützen hätten weiterhin ihr Oktoberfest organisiert, die Männerschützen ihr Maibaumfest.

Für die Männerschützen hätte das Modell zudem bedeutet, künftig jährlich statt im bisherigen Zwei-Jahres-Rhythmus Schützenfest zu feiern.

Klare Zustimmung – und eine verfehlte Mehrheit
Bei den Männerschützen fiel die Entscheidung eindeutig aus: Alle 145 anwesenden Mitglieder stimmten für das gemeinsame Schützenfest.

Anders bei den Jungschützen. Dort war eine Drei-Viertel-Mehrheit erforderlich. Von 121 anwesenden Mitgliedern votierten 64 mit Ja, 50 mit Nein – eine Mehrheit, aber nicht ausreichend. Pressewart Jens van der Linde betont, dass das Konzept grundsätzlich positiv bewertet worden sei, die notwendige Zustimmung jedoch nicht erreicht wurde.

In der Diskussion spielten vor allem Fragen der Identität eine Rolle. Viele Jungschützen möchten weiterhin im gleichaltrigen Umfeld feiern und die Identifikation mit einem jüngeren König bewahren. Die Grundstimmung sei zwar offen gewesen, doch eine so hohe Mehrheit sei von vornherein schwer zu erreichen gewesen.

Enttäuschung, aber kein Bruch
Bei den Männerschützen kam das Ergebnis überraschend. Die Zusammenarbeit der Vorstände sei sehr konstruktiv gewesen, berichtet Küpper – während der Jungschützenversammlung seien die Männerschützen sogar per Liveticker informiert worden. Trotz der Enttäuschung betonen beide Seiten, dass die gute Zusammenarbeit fortgesetzt werden soll.

Ein gemeinsames Schützenfest wird es damit vorerst nicht geben. Dingden feiert weiterhin getrennt, zu den gewohnten Terminen. Ob das Thema in Zukunft erneut aufgegriffen wird, bleibt offen. Fest steht jedoch: Der Austausch zwischen den Vereinen soll weitergehen.










